Sonnenenergie für Westafrika e.V.

SEWA ist ein gemeinnütziger Verein, der an der Verbesserung der Lebensbedingungen in Westafrika arbeitet. Verschiedene Projekte rund um Solarenergie werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern realisiert und langfristig verfolgt.

Wir finanzieren unsere Arbeit fast ausschließlich mit Spenden. Mit einer Vereinsmitgliedschaft, einer Projektkooperation oder einer Spende können Sie unsere Projektarbeit in Burkina Faso unterstützen.

Jetzt Spenden! Das Spendenformular ist ein kostenfreier Service von betterplace.org.

Zwei neue Solaranlagen in Burkina Faso dank vieler Crowdfunding-Unterstützer

Unser Projektmanager Yéral Dicko war vom 5. bis 7. April 2016 wieder einmal mit dem Team der Firma MicroSow unterwegs, um in zwei Projekten von SEWA Solaranlagen zu installieren. Erstes Ziel war das Dorf Gambo. Das dortige Gesundheitszentrum hatte sich bereits 2012 bei SEWA beworben, um eine Beleuchtung für die Geburtsstation zu erhalten. In dieser Geburtsstation kommen jährlich etwa 1000 Kinder zur Welt. Viele dieser Geburten finden nachts statt. Da es in Gambo kein Elektrizitätsnetz gibt, wurden nächtliche Geburten bisher im Licht von Taschenlampen betreut. Das macht die Arbeit für die Hebammen äußerst schwierig und stellt ein ernstes Gesundheitsrisiko dar, wenn es bei der Geburt zu Komplikationen kommt. Dank der neuen Solaranlage ist dieses Problem aber nun gelöst. Zwei 80-Watt-Solarpaneele erzeugen genug Strom für acht Energiesparlampen, die den Kreißsaal und die Bettenzimmer hell beleuchten. Während der Installationsarbeiten blieb die Geburtsstation geöffnet und in eineinhalb Tagen kamen sieben Frauen zur Entbindung in die Station.

  

Zweites Ziel war das Dorf Djouma Mossi. Die dortige Schule wurde ebenfalls für die Aufnahme in das Elektrifizierungsprogramm ausgewählt. April ist der heißeste Monat in Burkina Faso und nicht selten steigt das Thermometer auf bis zu 40 Grad Celsius. Die Hitze macht den Technikern der Firma MicroSow besonders beim Montieren der Solarpaneele auf dem Dach und beim Verlegen der Kabel zu schaffen. Ermutigt von den vielen Dorfbewohnern, die gekommen sind um den Installationsarbeiten beizuwohnen und großes Interesse zeigen, schaffen es die Techniker, dass noch am Abend zum ersten Mal in Djouma Mossi das Licht eingeschaltet werden kann. Das Staunen ist groß wie hell die LED-Lampen die Klassenzimmer ausleuchten und die Schule von weither sichtbar machen. Sogar aus benachbarten Dörfern kommen zwei Schuldirektoren, um die neue Solaranlage in Djouma Mossi anzusehen. Sie erkundigen sich sogleich bei SEWAs Projektmanager Yéral Dicko, wie auch ihre Schule sich um eine solche Förderung bewerben kann.

  

Weitere Photos und Informationen sind auf den Projektseiten von Gambo und Djouma Mossi zu finden. Dort sind das Gesundheitszentrum und die Schule auch auf einer Karte markiert. Wenn man auf Satellitenansicht umstellt und hereinzoomt, erkennt man das Dorf Gambo und die Gesundheitsstation und in Djouma Mossi das Schulgebäude und etwas weiter entfernt den Stausee zur Bewässerung der Gemüsegärten.

Die beiden Projekt in Gambo und Djouma Mossi wurden ermöglicht durch die vielen Spenden, die SEWA e.V. über die Crowdfunding-Webseite erhalten hat. Im Namen der Menschen in Gambo und Djouma Mossi bedanken wir uns bei allen Spendern! Wir haben bereits zwei neue Solar-Hilfsprojekt ausgewählt, für die wir nun über Betterplace.org Spenden sammeln!

Projektreferenz: 

Weihnachts-Newsletter 2015

Schon wieder ist ein Jahr vergangen und in der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Das betrifft die politischen Umwälzungen innerhalb Burkina Fasos, als auch die Arbeiten des Vereins. Vieles davon lässt sich nicht so leicht zusammenfassen, daher haben wir uns entschieden alle Entwicklungen in einem etwas umfangreicheren Weihnachts-Newsletter festzuhalten. Ein Schwerpunkt sind dabei die Erfahrungsberichte unserer Praktikanten, die durch ihren unermüdlichen Einsatz am Erfolg der Projekte maßgeblich beteiligt sind. Dabei danken wir auch unseren Mitarbeitern Solange, Souleymane und Yéral, die sich um das Tagesgeschäft kümmern und jede Praktikanten-Generation nach Kräften unterstützen. Ein Lob auch an all die ehrenamtlichen Mitglieder, die sich an vielen Wochenenden Zeit nehmen und ihre Familien dabei hoffentlich nicht zu kurz kommen. Zu guter Letzt ein großes Dankeschön noch an alle Förderer und Unterstützer des Vereins, ohne deren finanzielles Engagement unsere Arbeit nicht möglich wäre!


Besinnliche Weihnachten und einen guten Start in das Neue Jahr!

Große Pläne: Das SEWA Team trifft sich in Nürnberg um Ziele für das kommende Jahr zu besprechen

Die aktiven Mitglieder von SEWA haben sich am vergangenen Wochenende in der Jugendherberge Nürnberg getroffen um die Projektarbeit für das kommende Jahr zu planen. Für das Seminar war auch der SEWA-Projektleiter Yéral Dicko aus Burkina Faso angereist. So konnten die Ehrenamtlichen auf deutscher Seite aus erster Hand von der aktuellen Situation in Burkina Faso erfahren. Herr Dicko wusste zu berichten, dass trotz der vielen neu eröffneten Schulen die Bildungssituation im ländlichen Raum weiterhin problematisch ist. Zum Beispiel machte zuletzt die Grundschule Napalgué Schlagzeilen, da dort in diesem Jahr aus einer Klasse von 42 Schülern kein einziger die zentralen Prüfungen des Grundschulabschlusses erfolgreich absolvierte. Genau diesem Problem widmet sich SEWA mit dem Programm "Licht für Schulen", das Schulen mit Solaranlagen ausstattet und so unter anderem Schülern bessere Lernmöglichkeiten und Lehrern eine bessere Unterrichtsvorbereitung ermöglicht.

Für das nächste Jahr sind bereits einige neue Schulelektrifizierungen geplant. Hierfür hat SEWA sich erfolgreich bei der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg um eine Projektförderung beworben. Die Förderung soll auch eine technische Weiterentwicklung der SEWA-Solaranlagen ermöglichen. In Zukunft soll in vielen Schulen und Krankenstationen auch das Laden von Handys mit Solarenergie möglich sein. Damit reagiert SEWA darauf, dass Mobilgeräte in Entwicklungsländern eine immer wichtigere Rolle bei der Alphabetisierung spielen, wie ein Bericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF feststellt.

Besonders erfreulich ist auch der gelungene Start des Praktikantenprogramms. Mit Jan Wohland, Jens Brand und Barbara Weinzierl nahmen an dem Seminar drei ehemalige PraktikantInnen teil, die jeweils für mehrere Monate für SEWA in Burkina Faso im Einsatz waren und sich jetzt weiterhin für SEWA engagieren. Ihre Erfahrungen aus der Arbeit vor Ort waren bei der Projektplanung von großer Hilfe. Im nächsten Jahr werden voraussichtlich Thomas Koch und Niccolo Manych für ein Praktikum nach Burkina reisen. Die beiden konnten sich nun bereits ein ausführliches Bild vom aktuellen Stand der SEWA-Projekte machen und wertvolle Tipps für das Alltagsleben in Ouagadougou mitnehmen.

  

Eine Welt: Für ein SEWA-Hilfsprojekt engagieren sich Menschen aus Burkina Faso, Österreich und Deutschland

Die SEWA Hilfsprogramme zur Elektrifizierung von Schulen und Gesundheitsstationen haben wieder einmal Menschen aus verschiedenen Ecken der Welt zusammen gebracht. Die an dem Projekt beteiligten Burkinabé, Österreicher und Deutsche haben das gemeinsame Ziel, Bedürftigen Menschen neue Perspektiven zu bieten.

Die Initiative Eine Welt (IEW) aus Braunau am Inn hat 2014 eine Spendenaktion für die Förderung von Solarenergie in Westafrika organisiert. Zu den Spendern gehörte Zagler's Naturladen, der das gesamte Budget für die Elektrifizierung der Grundschule Gambo A spendete. Die Pfarre Geretsberg konnte die Finanzierung für die Solaranlage in der Geburts- und Krankenstation Rakaye beisteuern. Dank einer großzügigen Einzelspende von Herrn Thomas Forster konnte auch die Schule Saguebtenga neu in das Elektrifizierungsprogramm aufgenommen aufgenommen. Und schließlich ermöglichten viele weitere große und kleine Spenden auch noch die Installation einer vierten Solaranlage in der Schule Issri-Yaoghin.

Alle Projekte wurden zudem auch vom Land Oberösterreich bezuschusst.

Die SEWA-Praktikantin Barbara Weinzierl war bei drei der Elektrifizierungen dabei und hat ihre Erfahrungen bei der Durchführung der einzelnen Projekte in Berichten festgehalten. Unter den folgenden Links können Sie die Dokumente als PDF-Dateien herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

Bericht Gambo A

Bericht Issiri-Yaoghin

Bericht Rakaye

Bericht Saguebtenga

Jahresrückblick 2014

Der SEWA Burkina Jahresrückblick aus der Sicht der Praktikanten

Das Ende eines ereignisreichen Jahres kommt natürlich auch in Burkina Faso nicht ohne Rückblick aus. Besonders das letzte Viertel von 2014 hatte es in sich. Der Beginn des Praktikums im September bzw. Oktober von Barbara und Jens hätte besser nicht sein können. Unsere Vorgänger Jan und Keno haben uns ein ordentliches Netzwerk an guten Bekanntschaften, Freunden und Nachbarn hinterlassen. Das war für das Einleben schon ein enormer Vorteil.
Die Arbeit vor Ort wurde noch gemeinsam vorgeplant, auch wenn wir die meisten Ortsnamen der anstehenden Besichtigungen und Solarinstallationen noch nicht mal aussprechen, geschweige denn uns merken konnten. Die ersten Wochen im Oktober wurde dann das SEWA-Büro zum Messlabor für die anstehenden Aufgaben umfunktioniert. Die Analyse unserer Solarsysteme samt Laderegler, Batterien und Photovoltaikmodule sollte uns in die Lage versetzen, die auftretende Überschussenergie zur Aufladung von Mobiltelefonen zu verwenden.

Windmessungen in der Sahelzone
Die erste Reise nach Pathiri zum Austausch der Batterien unserer Windmessstation stand Mitte Oktober an. Von dem Wasserturm, an dem unsere Anlage befestigt ist, hatte man eine wunderbare Aussicht über die Region. Die Sahelzone besteht zu weiten Teilen aus flachem Land und von exponierten Orten aus kann man kilometerweit in die Ferne schauen. Das weist aber auch schon auf die Herausforderung hin, einen geeigneten Standort zur Windenergienutzung zu finden. Die gewonnenen Messdaten aus knapp einem Jahr lassen den wirtschaftlichen Betrieb einer Windenergieanlage hier nicht zu – so ist das mit der Wissenschaft. Daher wird unsere Suche nach einem weiteren potentiellen Standort für Messungen in der Region um Banfora an der Grenze zu Mali im nächsten Jahr fortgesetzt.

 

Vorbesuch der Grundschule in Baskoudré
Nach der Rückkehr aus Pathiri konnten wir noch einen Vorbesuch in einer Schule in Baskoudré machen. Mit dem Direktor verbindet uns seither eine enge Freundschaft, sodass er uns zum Kulturfest nach Korsimoro einlud. Das waren die ersten Eindrücke der traditionsreichen afrikanischen Kultur mit Tänzen, Gesang, Vorträgen, Handarbeiten und einer Theatervorstellung am Ende des Abends.

 

Die Arbeit von SEWA in aller Munde
Während des Mittagessens wurde dann deutlich, wie sich unsere Arbeit verbreitet. Ein Schuldirektor aus einem Nachbarort sprach uns an, ob wir denn nicht auch in seiner Schule vorbeischauen können. Wir gaben ihm die Nummer unseres burkinischen Kollegen und einen Monat später trafen wir uns bereits mit den Elternvertretern, Lehrern und dem Dorfältesten. Seitdem warten Baskoudré und Taonsgo auf Spenden, um die Beleuchtung der Klassenräume im Jahr 2015 durchführen zu können.

Die Burkinabé gehen gegen eine Verfassungsänderung auf die Barrikaden
Ende Oktober fanden wir uns dann inmitten eines Volksaufstandes gegen eine Verfassungsänderung wieder. Das traf uns zwar nicht unvorbereitet, vor unserer Ausreise waren wir uns bereits darüber im Klaren, aber es war durchaus eine Phase der Ungewissheit. Es wurde auch die Ausreise diskutiert, aber da die deutsche und französische Botschaft keine entsprechenden Empfehlungen gaben, blieb dieser Notfallplan in der Schublade und wir während der heißen Phase der Revolution in unserem Stadtviertel. Die Grenzen waren ohnehin abgeriegelt und eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft.


So erlebten wir die Flucht des seit 27 Jahren im Amt befindlichen Präsidenten Blaise Compaore samt seines Clans. In der anschließenden Phase war unklar, wie das Militär agieren würde, aber es kam nicht zu weiteren Ausschreitungen. General Zida erklärte sich zum vorübergehenden Staatschef und ist derzeit auch Premierminister bis zu den regulären Wahlen im November 2015.
Die Ausgangssperre wurde auf angenehmere Zeiten von 0–5 Uhr verschoben – man witzelte, dass die Frauen der ehemaligen Minister während dieser Zeit ungestört ihre üppige Garderobe außer Landes schaffen würden.


Wiederaufnahme der Reisetätigkeiten
Und am 17.11.2014 stand dann eine Übergangsregierung fest und damit auch die Wiederaufnahme der Arbeiten für SEWA. In den darauf folgenden Wochen wurde die Krankenstation in Rakaye, sowie die Grundschulen von Gambo A und Issiri-Yaoghin mit unseren Anlagen ausgestattet. Eine spannende Zeit für uns, bei den ersten Solarinstallationen mit Hand anlegen zu können.

Das sind gleichzeitig die ersten Anlagen, mit denen wir tagsüber bei voller Batterie die Überschussenergie nutzen, um Handys aufzuladen. Dazu haben wir unterschiedliche Reglertypen eingesetzt und untersuchen derzeit die ersten Messergebnisse. Das Projekt läuft laut Nutzerbefragung sehr gut und sowohl medizinisches Personal als auch die Lehrer sind sehr zufrieden mit dieser zusätzlichen Arbeitserleichterung, denn die nächste Steckdose ist ja oft einige Kilometer entfernt.

Ein großes Dankeschön und eine schöne Weihnachtszeit!

 

In den kommenden Tagen werden wir erfahren, wie sich Weihnachten bei über 30°C anfühlt. Auf diesem Wege möchten wir uns im Auftrag aller Eltern, Lehrer, Kinder, Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger und Patienten für die Unterstützung und Verbesserung der Versorgung bedanken und euch gleichzeitig ermutigen, anderen von unserer Arbeit zu berichten.
Denn ohne Euch könnten wir hier nur sehr wenig ausrichten, bei unserer Arbeit zur Erhöhung der Bildungschancen und Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Ärmsten und Jüngsten hier in Westafrika.

Gesegnete und besinnliche Weihnachten und kommt gut in das neue Jahr!

Barbara und Jens

Elektrifizierung in Selbo

Danke, Internet!

Als wir 2011 das Dorf Selbo im Norden burkina Fasos besucht haben, bot uns die dortige Schule ein trauriges, für Burkina Faso leider typisches Bild. Die ca. 180 Schülerinnen und Schüler lernten in einer Umgebung, die man aus europäischer Perspektive nur mit gutem Willen als Schule bezeichnen kann. Es waren wesentlich mehr Schulkinder dort, als in die wenigen Klassenräume passen würden. Also wurde der Unterricht teilweise nach draußen, unter improvisierte Sonnendächer verlagert. Die vorhandenen Gebäude der Schule bieteten allerdings nicht viel mehr Schutz als die Sonnendächer. Im Dach der Schule klaffte ein großes Loch.

Die 1800 Einwohner von Selbo haben gelernt, aus dem Wenigen was sie haben das Beste zu machen. Improvisieren war auch an der Schule in Selbo an der Tagesordnung. Aber es werde besser, wurde uns versichert. Die Lehrer und die Eltern der Kinder  waren engagiert und haben am ersten Tag nach unserem ersten Vorbesuch bereits einen Antrag für eine Solaranlage bei uns eingereicht. Im Antrag stand, dass ein neues Schulgebäude in Planung ist, und die Anlage dann auf dem neuen Gebäude installiert werden kann. Tatsächlich hatten die Bewohner von Selbo sich bereits seit längerer Zeit für ein neues Schulgebäude engagiert. Unser Eintreffen war also ein Glück für die Schule, da wir die neuen Klassenräume gleich mit elektrischem Licht ausstatten könnten. Aufgrund des außergewöhnlichen Engagements der Schule und des Dorfes wollten wir Selbo unbedingt unterstützen. Wir hatten innerhalb eines Jahres einen Spender für die Schule gefunden.


In Burkina Faso sollte man sich nicht darauf verlassen, dass Projekte -  insbesondere Bauprojekte - so laufen wie sie geplant waren.  Diesmal war es leider anders. Die neuen Klassenzimmer wurden gebaut. Wir (SEWA) konnten unser Versprechen, die Schule mit einer Solaranlage auszustatten, nicht einhalten. Das Unternehmen, das uns die Spende schon fest zugesagt hatte, ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, und konnte die nötigen Mittel nicht aufbringen.

Um das Projekt nicht sterben zu lassen, haben wir uns nach der Absage des Spender-Unternehmens dazu entschlossen, die Spendenportale im Internet auszuprobieren. Betterplace bietet hierfür eine exzellente Plattform und auch die nötigen Werkzeuge um Formulare direkt in unsere Internetseite einzubinden. Wir hatten noch nicht viel Erfahrung damit gemacht, Spenden im Internet zu sammeln. Und dennoch: langsam aber sicher kamen mehr und mehr Spenden zwischen 10€ und 1000€ zusammen, von insgesamt 14 teilweise anonymen Spendern.

Nach einem weiteren Vorbesuch im Februar konnten wir schließlich Nägel mit Köpfen machen.  Unsere Techniker sind am Abend des 18. März angereist, und haben früh morgens am nächsten Tag mit den Arbeiten begonnen. Zwei 75 Watt SolarWorld Paneele wurden auf dem Dach fest geschweißt. Vor dort aus wurden spezielle Gleichstromkabel verlegt, die die PV-Paneele, Laderegler, Batterien, Lichtschalter und schließlich die Lampen mit Strom versorgen.


Es hat den ganzen Tag gedauert, bis die Anlage installiert war und die Lichtschalter in zwei der neuen Klassenzimmer das erste mal gedrückt werden konnten. Die Lehrer und Elternvertreter, die schon vorher mit Interesse das Geschehen verfolgt hatten, wurden von uns noch  einmal  für die Benutzung und Pflege der Anlage geschult. Die wichtigsten Regeln und Kontaktinformationen werden bei jeder Installation auf einer großen Tafel fest an die Wand geschraubt.

Am Abend des 19. März 2014 hatte die Schule in Selbo etwas bekommen, was für Schulen in vielen anderen Teilen der Welt die völlige Normalität ist: Lichtschalter, die man nach Bedarf drücken kann. Die Anlage liefert völlig kostenfrei bis zu 6 Stunden Licht pro Tag. Die Klassenräume können nun auch genutzt werden, wenn wegen starken Sandwinden die Fensterläden zugeklappt werden müssen. Abends können sich die Lehrer nun in der Schule auf den Unterricht vorbereiten oder fortbilden, statt vor einer schwachen Petroleumlampe zu sitzen. An vielen solar beleuchteten Schulen bieten die Lehrer abends auch Alphabetisierungskurse für die erwachsene Dorfbevölkerung an.  Die Schülerinnen und Schüler kommen abends noch einmal in die Schule, weil sie zu hause kein Licht zum Lesen haben.

In den nächsten zwei Jahren werden wir noch mindestens drei mal in Selbo vorbei schauen. Bei den Besuchen kontrollieren wir den technischen Stand der Anlage, und ob sie auch korrekt gewartet wird. Außerdem versuchen wir festzuhalten, was sich durch die Installation im Dorf geändert hat. Die meisten Faktoren lassen sich nicht einfach in Zahlen ausdrücken, aber einer der Faktoren die wir messen können ist die Entwicklung der Abschlussquote - also wie viel Prozent der Schüler ihre Abschlussprüfung bestehen. Unserer Erfahrung nach (bisher 63 elektrifizierte Schulen) ist bis 2016 ein Anstieg von 20-40% nicht ungewöhnlich.

Improvisation ist an der Schule in Selbo wahrscheinlich weiterhin an der Tagesordnung. In Burkina gibt es immer zu wenig Schulbänke und Bücher. Durch das Engagement der Bevölkerung sind aber in den letzten Jahren neue Gebäude entstanden und eine Solarlichtanlage installiert worden. Die Schule kann sich jetzt sehen lassen und bietet eine gute Umgebung für die mehr als 200 Schüler, 6 Lehrer und hoffentlich zahlreiche Erwachsene die lesen und schreiben lernen wollen.

Übrigens: es gibt auch weiterhin die Möglichkeit SEWA über betterplace.org zu unterstützen! Hier können Sie einer Krankenstation zu einer Solaranlage verhelfen!

 

 

Projektreferenz: 

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